1) "Maulwurf und Lerche"

In einer berühmten Erzählung  von Tolstoi - „Wieviel Erde braucht der Mensch?“ - rennt sich ein Bauer  aus unersättlicher Habgier die Seele aus dem Leib. Das Stück bringt diese Handlung auf die Bühne und stellt der Hauptfigur eine Ehefrau an die Seite, die durch ihre Lust zu singen und ihre Freude an Gesellschaft zur Gegenfigur wird.
Dauer: 90 min
Rollen: 3 m und  5 w
 

2 ) "Der Tag, an dem ich einen Oskar bekam"     

Zwei  alte Geschwister treffen sich auf einer Berghütte. Das Gespräch über die gemeinsame Vergangenheit wird zur Auseinandersetzung über die Gegenwart. Ein Sohn, der bisher verschwiegen wurde, tritt hinzu, so dass für die Zukunft neue Allianzen möglich werden.
Dauer: 40  min   
Rollen: 2 m und  2 w


3 ) "Le Coq im Korb"

Ein Spiel mit ernsten und heiteren Elementen und mit Gesang.
In der Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg müssen die Frauen auf einem Winzerhof alles allein bewältigen. Die deutschen Männer sind gefallen oder vermisst, ein französischer Soldat ist die einzige männliche Figur. Trotz Spannung und ernsthafter Auseinandersetzung wächst allmählich Verständnis und schließlich Freundschaft.
Dauer: 90  min   
Rollen: 1 m und 5 w

4 ) "Enrico von Rhens" oder "Der Heimkehrer"

Das Stück zeigt die problematische Situation von Einwanderern in der 2. Generation. Der Sohn eines italienischen Gastarbeiters im 19. Jh. ist zwar zweisprachig geworden und voll integriert, aber latente Animositäten und das lange unterdrückte Heimweh machen ihm zu schaffen. Der Brief einer Cousine vom Gardasee bringt die Spannung zum Ausbruch und führt zu dramatischen Veränderungen, die sich am Ende auch auf die Familie positiv auswirken.
Dauer: 90 min   
Rollen: 2 m und 4 w

5 ) "Der Freiwillige"

Im Jahre 1915  wird das Bergwerk  geschlossen, in dem Jahrhunderte lang die Männer von Bendorf gearbeitet haben. Der erwachsene Sohn der Familie lässt sich von der vaterländischen Begeisterung der Zeit anstecken und zieht in den 1. Weltkrieg.  Der Vater sucht sich eine neue Arbeit und schimpft auf die Aristokraten. Der Großvater denkt kaisertreu und singt gern Soldatenlieder. Die Frauen vertreten die praktische Vernunft und sorgen für den familiären Zusammenhalt. (Szenenbilder in der Galerie)
Dauer: 90  min   
Rollen: 3 m und 3 w

6 ) "Die Mühle"

In 12 Szenen, die alle am selben Ort, aber immer in einem anderen Jahrhundert spielen, von der Römerzeit bis in die Gegenwart, wird das Leben auf einer Mühle in einem Seitental der Mosel gezeigt. 

 1)  Vorspiel in der Gegenwart
 2)  In der Römerzeit: ein Plan entsteht.
 3)  Besuch eines Minnesängers im 12. Jh.
 4)  Aufruf zum Kreuzzug im 13. Jh.  ( siehe Foto )
 5)  Marodierende Landsknechte im 30-jährigen Krieg
 6)  Hexenverfolgung im 18. Jh.  ( siehe Foto )
 7)  Industrialisierung und Auswanderung im 19. Jh.
 8)  Besuch des Kaisers am Deutschen Eck am 30.8.1897
 9)  Verrückte Jahre nach dem 1. Weltkrieg  ( siehe Foto )
10)  Tod und Überleben im 2. Weltkrieg
11)  In den Jahren des Wiederaufbaus
12)  Auswandern nach Teneriffa
      und Schlußszene in der Gegenwart

Hauptfiguren sind in jeder Szene Müller und Müllerin, die in den unterschiedlichsten
Umständen um ihre Existenz kämpfen. Mal ist es der Mann, der durch Tatkraft und neue Ideen die Situation beherrscht, mal ist es die Frau, die Initiative entfaltet und mit Klugheit und Umsicht das Überleben sichert.

Manche Szenen sind ernst und verweisen auf die Unerbittlichkeit schicksalhafter Geschehnisse; andere, voller Witz und Komik bis in die mundartliche Färbung hinein, zeigen Bauernschläue und treuherzige Gefühle. Hin und wieder weht ein fremder Hauch in das enge Tal, denn immer gab es den Austausch mit den europäischen Nachbarn, mal als Gäste, mal als Feinde. So bietet das Spiel ein kleines Kaleidoskop menschlichen Lebens. Ein Chronist verbindet die einzelnen Szenen jeweils mit wenigen informativen Sätzen. So fühlen sich die Zuschauer mitgenommen auf eine Reise durch die Geschichte.
Dauer: 100 min - Die Rollenbesetzung ist extrem variabel: bei der Uraufführung im Jahr 2000 wurde das Stück von 4 Leuten gespielt; das ist das Minimum. Man kann aber natürlich auch immer wieder andere Spieler auftreten lassen. Dann käme man äußerstenfalls auf 20 m und 15 w Rollen.